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Pressekonferenz zu 50 Jahre Amnesty - ein Bericht

14/04/2011 von Nina Szogs (Mitarbeiterin der Amnesty-Pressestelle in Berlin)

Insgesamt 20 JournalistInnen aus Hörfunk, Print- und Onlinemedien kamen zur Pressekonferenz am 25. März 2011, um mehr über die geplanten Aktionen, Veranstaltungen und Feiern rund um 50 Jahre Amnesty International zu erfahren. Vor den Medienvertretern sprachen der diesjährige Menschenrechtspreisträger Abel Barrera, das Amnesty-Gründungsmitglied Gerd Ruge und die Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland Monika Lüke. Ganz unterschiedliche Menschen - mit dem gleichen Ziel: Die Einhaltung und Durchsetzung der Menschenrechte.

Nina Szogs arbeitet in der Pressestelle von Amnesty International in Berlin. Die 25-Jährige ist Kulturwissenschaftlerin und Konfliktforscherin.

 

Eine Pressekonferenz für Amnesty International zu organisieren, bedeutet für uns in der Pressestelle nicht nur, den Überblick über Einladungen, Ablauf, Aufbau und Informationsmaterial für die Pressemappen zu bewahren, sondern auch weltpolitisch auf dem aktuellen Stand zu sein. Es ist unsere Aufgabe, die RednerInnen vor einer Pressekonferenz über Veränderungen der Menschenrechtslage – wie die, die momentan in der arabischen Welt täglich stattfinden – zu informieren.

Monika Lüke, Abel Barrera und Gerd Ruge mussten auf alle Fragen vorbereitet sein. Dies ist der spannendste Teil einer Pressekonferenz. Die Fragen der JournalistInnen im Presse- und Besucherzentrum des Bundespresseamtes zeigten: Das Interesse an Abel Barrera und Gerd Ruge ist groß. Auch nach der Fragerunde der Pressekonferenz wurden sie von Hörfunk, Print- und Onlinemedien weiter in Einzelinterviews zu ihrer Arbeit und ihrem Leben befragt.

See video

Die Auftakt-Pressekonferenz vom 25. März 2011 als Video-Aufzeichnung bei YouTube.

Meine ganz persönlichen Höhepunkte waren jedoch die direkten Begegnungen mit Abel Barrera und Gerd Ruge nach der Pressekonferenz.

Abel Barrera setzt sich seit vielen Jahren für die Menschenrechte der indigenen Bevölkerung in Mexiko ein. Am Tag der Pressekonferenz besuchte er die deutsche Amnesty-Sektion in Berlin und berichtete von seiner Arbeit. Sein Einsatz für die indigene Bevölkerung ist bewundernswert. Behörden und Gerichte ignorierten seine Bemühungen, Soldaten und Drogenbarone bedrohen ihn. Doch die Lebensumstände der Menschen im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero sind erschreckend, Missbrauch an Frauen und unterernährte Kinder gehören zum Alltag – das treibt Barrera an. Deswegen riskiert er im Zweifel auch sein Leben.

"Die wahren Helden sind die, für die wir uns einsetzen." (Menschenrechtspreisträger Barrera)

Als Mitarbeiterin einer Menschenrechtsorganisation beschäftige ich mich jeden Tag mit Menschenrechtsverletzungen, die persönlichen Schilderungen Barreras gingen mir dennoch sehr nah. In einer derart schwierigen Situation wie der seinen Mut zu bewahren und weiterzumachen, machte für alle deutlich, wie wichtig es ist, im Kampf für die Menschenrechte zusammenzuarbeiten. Machen Sie deshalb unbedingt bei der Online-Aktion für Barrera und seine Mitstreiter mit!

Gerd Ruge gründete im Sommer 1961 mit anderen Journalisten und Schriftstellern die deutsche Amnesty-Sektion in Köln. Wenn Gerd Ruge spricht, hört das Publikum gebannt zu. Er ist einer der wenigen, der die gesamte Entwicklung der Arbeit von Amnesty miterlebt hat und nach 50 Jahren einen hautnahen Eindruck über die Anfänge vermitteln kann.

"Weitermachen ist das Wichtigste!" (Amnesty-Gründungsmitglied Gerd Ruge)

Mitten im Kalten Krieg begann sich eine kleine Gruppe für politische Gefangene weltweit einzusetzen – egal ob aus der so genannten „Dritten Welt“, dem Osten oder dem Westen! Sie standen zwischen allen politische Fronten und blieben dennoch ihrem Grundsatz treu: Von keiner Seite wollten sie sich instrumentalisieren lassen, der Einsatz für alle politischen Gefangenen war das Ziel. Gerd Ruges Schilderungen über das Unverständnis, das ihm und seinen MitstreiterInnen aus der Bevölkerung entgegenschlug, machten auch nach 50 Jahren noch, die Widrigkeiten der Menschenrechtsarbeit zur Zeit des Ost-West-Konflikts nachvollziehbar.

Das spiegelte sich dann auch in den Medienberichten rund um die Auftakt-Pressekonferenz und die Verkündung des Menschenrechtspreisträgers 2011 wider. So gab es im SWR-Hörfunk einen Kurzbericht und in der taz eine Meldung. Die Frankfurter Rundschau veröffentlichte schon zuvor ein Exklusiv-Interview mit Abel Barrera. In der ARD brachte die Sendung „titel thesen temperamente“ einen längeren Beitrag zum 50. Geburtstag.

50 Jahre Amnesty International - Pressekonferenz am 25. März 2011 in Berlin.

Nach der Pressekonferenz ist vor der Pressekonferenz.

Am 13. Mai erscheint der Amnesty Report 2011. Wir stecken schon jetzt mitten in der Organisation der Pressekonferenz zur Lage der Menschenrechte weltweit. Wir buchen einen Raum, einen Fotografen und bereiten das Informationsmaterial für die Journalisten vor. Unser Ziel ist es, den Bericht an so viele Medien wie möglich zu vermitteln, damit Menschenrechtsverletzungen ein Thema in der Tagespresse werden und bleiben.  

Das nächste „Highlight“ wird dann die Verleihung des 6. Menschenrechtspreises im Rahmen des "Festes für die Menschenrechte" zum 50. Geburtstag von Amnesty International am 27. Mai sein. Dazu erwarten wir im Berliner „Haus der Kulturen der Welt“ wieder viele Medienvertreter. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

Mehr Einblicke in die Arbeit des Amnesty-Presseteams gibt es in den kommenden Wochen und Monaten an dieser Stelle. Schon jetzt empfehle ich: Im Pressebereich von amnesty.de haben wir für JournalistInnen ein „50 Jahre Amnesty“-Pressekit vorbereitet, unter anderem mit weiteren Informationen zu Gerd Ruge und Abel Barrera.

 

Pressemitteilung: „Amnesty International wird 50 und lädt zum Feiern und Mitmachen“
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Bild oben:

50 Jahre Amnesty International - Pressekonferenz am 25. März 2011 in Berlin.

© Amnesty International / Christian Ditsch / version-foto.de