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Flüchtlinge aus Nordafrika: Auch Deutschland muss helfen!

06/06/2011 von Benno Fürmann (Schauspieler und Unterstützer von Amnesty International)

Deutschland muss endlich Verantwortung übernehmen – und den Flüchtlingen aus Nordafrika helfen! Unterstützen Sie mit mir die Amnesty-Aktion "Chance auf Asyl"!

Hunderttausende Menschen aus Nordafrika sind auf der Flucht. Die meisten suchen Schutz in Nachbarländern, einige versuchen, nach Europa zu kommen. Über 1.000 Menschen sind seit Anfang 2011 auf der Flucht übers Meer gestorben. Aus Tunesien haben sich in den vergangenen Monaten ca. 20.000 Menschen auf die gefährliche Reise über das Mittelmeer gemacht und kamen über die kleine Insel Lampedusa nach Italien. Dort ist die Situation katastrophal. Ende März gab es für etwa 4.000 Menschen keine Unterkünfte, die meisten Menschen mussten im Freien oder in selbstgemachten Zelten aus Plastikplanen schlafen.

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Amnesty hat bei einer Mission im Frühjahr 2011 die katastrophalen Zustände auf der italienischen Insel Lampedusa untersucht.

Die EU-Staaten haben jahrzehntelang mit den Regimen in Nordafrika zusammen gearbeitet, gerade auch, um Flüchtlinge abzuwehren. Es ging schon lange nicht mehr um den Schutz von Flüchtlingen, sondern um den Schutz vor Flüchtlingen. Nun empören sie sich über frühere Partner wie Gaddafi oder Mubarak und zeigen sich erfreut über die demokratischen Bestrebungen in Ägypten, Tunesien, Libyen und anderen arabischen Ländern. Doch auf die Flüchtlinge reagieren sie weiterhin mit schärferen Grenzkontrollen.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte sagt in Art. 14 unmissverständlich: Jeder Mensch hat das Recht, Asyl zu beantragen. Darüber muss in fairen Gerichtsverfahren entschieden werden. Wenn jedoch Asylsuchende gar nicht mehr auf europäischen Boden gelangen können, wird dieses Recht faktisch ausgehebelt.

Ich halte es für einen Skandal, wenn europäische Politiker von einem „Flüchtlingsansturm“ auf Europa warnen. Die weniger reichen Nachbarländer in Nordafrika, die selbst in politischen Umbrüchen stecken, lassen ihre Grenzen für die Hilfesuchenden offen - daran sollte Europa sich ein Beispiel nehmen!

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Benno Fürmann gratuliert Amnesty zum 50. Gründungsjubiläum: "Amnesty gibt Menschen eine Stimme, die keine Stimme haben"

Mit einer Petition und E-Mail-Aktion fordert Amnesty die Bundesregierung auf, endlich zu handeln. Schutzbedürftige Flüchtlinge aus Nordafrika müssen aufgenommen werden. Außerdem muss Deutschland die südlichen EU-Staaten bei der Aufnahme und Versorgung von Flüchtlingen und Migranten unterstützen – und sicherstellen, dass bei allen zukünftigen Rücknahmeabkommen mit den nordafrikanischen Staaten die Menschenrechte der Flüchtlinge geachtet werden.

Diese Forderungen unterstütze ich voll und ganz – und bitte Sie, dies ebenfalls zu tun. Schreiben Sie jetzt eine E-Mail an den deutschen Innenminister - ganz einfach online. Fordern Sie die Bundesregierung auf, endlich Verantwortung zu übernehmen und machen Sie deutlich: Wegsehen ist keine Option!

Machen Sie jetzt mit bei der E-Mail-Aktion und leiten sie diese Aktion an Freunde, Familie und Bekannte weiter.

Klicken Sie jetzt:
www.amnesty.de/chanceaufasyl

Vielen Dank für Ihren Einsatz,
Benno Fürmann

Bild oben:

Flüchtlinge aus Libyen.

© UNHCR / P. Moore