Skip to main content

Mexiko: Ein Etappensieg für die Gerechtigkeit

20/08/2011 von Online-Team (Abt. Kommunikation & Kampagnen, Amnesty Deutschland)

Seit über neun Jahren fordern zwei indigene Mexikanerinnen Gerechtigkeit für die Vergewaltigung durch Soldaten im mexikanischen Bundesstaat Guerrero. Jetzt können sie neue Hoffnung schöpfen.

Seit über neun Jahren fordern Inés Fernández Ortega und Valentina Rosendo Cantú von der mexikanischen Armee und den Behörden Gerechtigkeit. Im Jahr 2002 wurden die beiden indigenen Frauen im südmexikanischen Bundesstaat Guerrero von Soldaten vergewaltigt. 

Trotz einer bereits lange laufenden Untersuchung und mehrerer Urteile des Interamerikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte zugunsten der beiden Frauen befinden sich die Täter immer noch auf freiem Fuß. Es scheint, dass die Militärjustiz die Vergewaltiger schützt, während die betroffenen Frauen und ihre Familien gleichzeitig Drohungen erhalten.



Doch seit dem 12. August können die Frauen neue Hoffnung schöpfen, dass die Soldaten, die sie damals vergewaltigten, doch noch vor Gericht gestellt werden: Die beiden Fälle wurden endlich an Zivilgerichte übergeben und werden nicht länger von internen Militärgerichten behandelt.



"Für uns ist das ein bedeutender Schritt nach vorn, denn die mexikanische Bevölkerung hat sich kontinuierlich dafür stark gemacht, dass die Fälle an die zivile Justiz übergeben werden", kommentiert Vidulfo Rosales, der Anwalt der beiden Frauen im Menschenrechtszentrum Tlachinollan im Bundesstaat Guerrero.



Das Menschenrechtszentrum Tlachinollan stand den Frauen in den schweren Jahren immer wieder zur Seite. Hier bekommen Opfer von Menschenrechtsverletzungen das, was ihnen staatliche Stellen nicht bieten: kostenlose juristische Beratung, solidarische Begleitung, Übersetzungen in indigene Sprachen - und vor allem: die Sicherheit, nicht von korrupten Beamten, örtlichen Machthabern oder Kriminellen noch weiter drangsaliert zu werden.



Für seinen unermüdlichen Einsatz wurden Tlachinollan und sein Leiter Abel Barrera Hernández in diesem Jahr mit dem 6. Amnesty-Menschenrechtspreis ausgezeichnet. Doch die Arbeit von Tlachinollan ist vielen ein Dorn im Auge:

Immer wieder bekommen Barrera und seine Mitarbeiter Morddrohungen, um sie einzuschüchtern und von ihrer Arbeit abzubringen. Damit sie sich auch in Zukunft für Menschen wie Inés Fernández und Valentina Rosendo einsetzen können, brauchen sie unsere Unterstützung.



Mehr als 9.000 Menschen haben sich bisher allein im Internet an unserer Aktion beteiligt. Unterzeichnen jetzt auch Sie unsere Online-Petition für den Schutz von Abel Barrera und die MitarbeiterInnen von Tlachinollan! Wenn Sie schon signiert haben: Informieren Sie bitte Bekannte und Freunde über diese Aktion.  http://www.amnesty.de/barrera

 

Weitere Informationen in der Meldung auf www.amnesty.de

Bild oben:

Die indigenen Mexikanerinnen Inés Fernández Ortega und Valentina Rosendo Cantú.

© Centro de Derechos Humanos de la Montaña Tlachinollan