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Mit Max Herre gegen die Todesstrafe

26/11/2012 von Henriette Bunde (Amnesty-Hochschulgruppe Uni Hamburg)

Am 22. Oktober brachte Max Herre auf seiner „Hallo Welt“-Tour die Große Freiheit 36 auf dem Hamburger Kiez zum Kochen. Der Wahlberliner setzt sich seit vielen Jahren gemeinsam mit Amnesty International für die Abschaffung der Todesstrafe ein. Vier Amnesty-Mitglieder waren beim Konzert in Hamburg zu Gast und sammelten Unterschriften für Menschen, denen die Hinrichtung droht.

Die Autorin engagiert sich seit Juni 2012 für Amnesty International. Sie ist mitveratnwortlich für die Radiosendung "Redefreiheit" der Amnesty-Hochschulgruppe an der Universität Hamburg, die monatlich vom Hamburger Bürgersender TIDE 96.0 ausgestrahlt wird.

 

Am 10. Oktober jährte sich zum zehnten Mal der Internationale Tag gegen die Todesstrafe, der von internationalen Nichtregierungsorganisationen, Anwaltsvereinigungen und Regierungen ins Leben gerufen wurde. Für das Konzert von Max Herre wenige Tage danach hatten wir deshalb Petitionen mitgebracht, mit denen Amnesty die Hinrichtung von zwei Menschen stoppen will.

Laut Artikel 3 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte hat jeder Mensch das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person. "Die Todesstrafe verletzt dieses elementare Recht", sagt Max Herre. "Egal, was ein Mensch getan hat, der Staat hat niemals das Recht, einen Menschen zu töten".

Von unserem Amnesty-Stand zwischen Bar und Eingang hatten wir einen guten Blick auf die Bühne und waren für die Konzertbesucher sofort sichtbar. Schon eine Stunde vor Konzertbeginn strömten die ersten Gäste herein. Wir ergriffen die Chance und teilten uns auf: Zwei Amnesty-Mitglieder mischten sich unter die Konzertbesucher, solange der Konzertraum noch nicht brechend voll war; die anderen zwei betreuten den Stand.

Im Einsatz für die Menschenrechte: Die Amnesty-Mitglieder Henriette Bunde, Simone Sara Jöst und Nadja Voß (von links) beim Max-Herre-Konzert in Hamburg am 22. Oktober 2012.

Gerade die Abschaffung der Todesstrafe ist ein Thema, zu welchem man oft Rede und Antwort stehen muss. Einige Konzertbesucher hatten Schwierigkeiten, sich trotz allgemeiner Ablehnung der Todesstrafe per Unterschrift „für“ einen potenziellen Verbrecher einzusetzen. Wir erklärten ihnen, dass die Todesstrafe keine angemessene Antwort auf Mord und Kriminalität ist. Sie steht nicht für Gerechtigkeit, sondern für Rache und Vergeltung, und ist nicht mit den Menschenrechten vereinbar. Insgesamt hörten uns fast alle Besucher, die wir ansprachen, aufmerksam zu und setzten mit ihrer Unterschrift ein Zeichen gegen die Todesstrafe.

Als es langsam aber sicher immer enger wurde (das Konzert war ausverkauft), versammelten wir uns wieder am Stand. Die Schlange an der Bar war plötzlich so lang, dass sie bis zu unserem Stand reichte. So konnten wir auch hier noch einige Unterschriften sammeln und Menschen über das Thema informieren.

Das Konzert war selbst für mich als Nicht-Hip-Hop-Fan ein wahrer Genuss. Max Herre und seine Band schafften ein familiäres Flair. Dabei gab der Rapper nicht nur Songs seiner beiden Soloalben zum Besten, sondern begrüßte auch den einen oder anderen musikalischen Kollegen zur gemeinsamen Performance auf der Bühne, um alte Zeiten aufleben zu leben lassen. Ja, Joy Denalane und Samy Deluxe sind selbst mir ein Begriff. Der Song "Berlin-Tel Aviv", in dem Herre das fiktive Schicksal eines jüdischen Mädchens aus der NS-Zeit beschreibt, war besonders beeindruckend.

Für eine Welt ohne Hinrichtungen: Viele Konzertbesucher setzten sich mit ihrer Unterschrift für die Abschaffung der Todesstrafe ein.

Während seines Konzertes machte Max Herre die Besucher auch auf unseren Stand und unser Engagement aufmerksam. Leider hat er dabei nicht unser Hauptanliegen an diesem Abend erwähnt. Also erklärten wir geduldig allen Interessenten, warum uns das Engagement gegen die Todesstrafe so wichtig ist. Das wurde mit weiteren Unterschriften belohnt. Viele steckten sich auch einfach nur unser Infomaterial ein, oder warfen den einen oder anderen Euro in unsere Spendendose.

Auch Max Herre schien die Stimmung zu genießen. Er, seine Band und seine musikalischen Kollegen wurden nicht müde, Zugabe um Zugabe zu geben. Als das Konzert gegen Mitternacht zu Ende war, überfiel uns schließlich die Müdigkeit – nach einem langen Abend mit guter Musik und vielen interessanten Gesprächen mit den Konzertbesuchern. Gelohnt hat sich unser Einsatz in jedem Fall: Knapp 100 Unterschriften konnten wir an dem Abend sammeln.

Wir hoffen, dass Max Herre, wir und all die Fans, die uns unterstützt haben, damit etwas bewirken konnten!

Bild oben:

Setzt sich gemeinsam mit Amnesty gegen die Todesstrafe ein: Musiker Max Herre

© Amnesty International / Christian Ditsch