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Europa darf das Mittelmeer nicht zum Massengrab machen!

25/09/2014 von Selmin Çalışkan (Generalsekretärin der deutschen Amnesty-Sektion)

Persönliche Botschaft von unserer Generalsekretärin Selmin Çalışkan: Fordert jetzt eine Kehrtwende in der europäischen Flüchtlingspolitik!

Liebe/r Leser/in,

weltweit sind Millionen Menschen auf der Flucht vor Krieg und Gewalt – doch die EU schottet sich ab mit immer mehr Geld und neuester Technologie. Sie nimmt dabei in Kauf, Menschenrechte zu verraten und das Mittelmeer zum Massengrab zu machen. Allein dieses Jahr sind bereits über 2.500 Menschen bei der Flucht über das Mittelmeer gestorben.

Dagegen haben wir gestern ein nicht zu übersehendes Zeichen gesetzt: am Berliner Ostbahnhof haben wir ein Meer aus Tausenden Papierbooten aufgestellt, um den Todesopfern der europäischen Abschottungspolitik zu gedenken und einen besseren Flüchtlingsschutz in Europa zu fordern.

Setzt auch ihr euch für den Schutz und die Rechte von Flüchtlingen ein und unterzeichnet die Online-Petition an die deutsche Regierung! Jetzt mitmachen!

Über den gesamten Sommer hinweg haben Amnesty-Mitglieder und Unterstützerinnen und Unterstützer aus ganz Deutschland die Papierboote für die Aktion gefaltet und mit persönlichen Botschaften versehen. Insgesamt erreichten uns über 20.000 Boote. Vielen Dank!

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Über 20.000 Boote für den Flüchtlingsschutz: Am 24. September habt ihr gemeinsam mit Amnesty in Berlin ein deutliches Zeichen gegen die Abschottungspolitik der EU gesetzt.

Einen Teil der Papierboote habe ich mit auf die Reise nach Lampedusa und Sizilien genommen. Gemeinsam mit Amnesty-Aktivisten aus Italien, Frankreich und Deutschland werden wir dort eine weitere Aktion mit Booten aus diesen Ländern durchführen. Wo jährlich Tausende Flüchtlinge ankommen, wollen wir unsere Solidarität zeigen und für eine andere europäische Flüchtlingspolitik demonstrieren. 

Doch damit nicht genug. Vor Ort werde ich mir ein umfassendes Bild der Lage machen. Ich werde italienische Aktivisten, Politiker, Vertreter der italienischen Marine und Küstenwache treffen. Und natürlich werde ich mit Flüchtlingen sprechen, um danach umso vehementer für ihren Schutz und die Durchsetzung ihre Rechte zu kämpfen.

Bitte unterstützt mich dabei!

Im Oktober 2013 hat Italien im Alleingang eine breit angelegte Seenotrettungsaktion gestartet, die seitdem über 100.000 Menschen im Mittelmeer das Leben gerettet hat. Diese Operation soll nun im Herbst auslaufen. Das darf nicht passieren. Italien braucht dringend eure Unterstützung.

Mit unserer Online-Petition setzen wir uns dafür ein, dass die Seenotrettungsmaßnahmen von Flüchtlingen im Mittelmeer zukünftig von allen EU-Mitgliedstaaten mitgetragen und sichere und legale Zugangswege nach Europa geschaffen werden.

Werdet jetzt aktiv und fordert gemeinsam mit uns eine Kehrtwende in der europäischen Flüchtlingspolitik: http://www.amnesty.de/sos-europa

Vielen Dank für euren Einsatz!

Viele Grüße,

Eure Selmin Çalışkan

Generalsekretärin von Amnesty International in Deutschland

P.S.: In den kommenden Tagen werden wir auf unserer Website von der Reise nach Italien berichten. Verfolgt unseren Blog und meine Tweets unter @SelminCaliskan.

Bild oben:
© Henning Schacht