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Tatkräftig und sachkundig zum Sudan aktiv

14/04/2011 von Alfred Buss (Sudan-Koordinationsgruppe von Amnesty International)

Seit rund 17 Jahren engagiere ich mich für die Einhaltung der Menschenrechte im Sudan. Reisen in den Sudan und sudanesische Freunde in Deutschland haben mir immer wieder vor Augen geführt: Für die Menschenrechte im Sudan aktiv werden ist zwar nicht leicht – aber gerade darum nötig. Welche Rolle spielt die Sudan-Koordinationsgruppe dabei?

Alfred Buss ist Sprecher der Sudan-Koordinationsgruppe von Amnesty International, der er seit 1994 angehört. Hier berichtet er im 50. Geburtstagsjahr von Amnesty International über sein Engagement für die Menschenrechte im Sudan – und den Amnesty-Fall Abuzar Al Amin.

 

Schon früh habe ich Interesse für den afrikanischen Kontinent, seine Geschichte, Kultur und die Menschen entwickelt. Durch mehrere Reisen in Afrika, vorwiegend Nordafrika, in der Sahara, aber auch in Westafrika, habe ich vielfältige persönliche Kontakte knüpfen können, die diese Reisen bereichert haben. Mit der Zeit kam dann die Bekanntschaft zu Sudanesen und ihren Familien dazu, die in meinem damaligen Wohnort Bielefeld wohnten. 1988 bin ich Mitglied von Amnesty International geworden. Da sich kurz darauf die Sudan-Koordinationsgruppe bei Amnesty etablierte, bin ich 1994 der Gruppe beigetreten. Ich wollte meine Interessen, Erfahrungen und Kontakte für die Verbesserung der Menschenrechtslage im Land einsetzen. Im Jahr 2005 wurde ich schließlich Sprecher der Sudan-Koordinationsgruppe der deutschen Amnesty-Sektion.

Für diejenigen, die sich fragen, was die Amnesty-Mitglieder denn in diesen „Koordinationsgruppen“ koordinieren? Kurz gesagt: Wir koordinieren das vielfältige ehrenamtliche Engagement von Mitgliedern in Deutschland, die zu dem jeweiligen Land aktiv sind. In Deutschland sind es aktuell über 70 Amnesty-Gruppen, Einzelmitglieder und auch Parlamentarier, die sich eines Amnesty-Falls aus dem Sudan angenommen haben und regelmäßig von der Sudan-Kogruppe informiert werden.

Amnesty International betrachtet den sudanesische Journalist Abuzar Al Amin als gewaltlosen politischen Gefangenen, der einzig und allein wegen seiner freien Meinungsäußerung inhaftiert wurde.

Zur Online-Aktion für Abuzar Al Amin

Abuzar Al Amin, stellvertretender Chefredakteur der zerschlagenen Tageszeitung „Rai Al Shaab“, ist einer dieser Fälle, der nun im 50. Geburtstagsjahr von Amnesty International im Mittelpunkt steht. Er ist vom sudanesischen Sicherheits- und Geheimdienst NISS festgenommen, misshandelt und zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden – weil er seine Meinung frei geäußert hat.

Damit Abuzar Al Amin und andere durch den NISS bedrohte JournalistInnen im Sudan unterstützt und geschützt werden, ist Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Wir Mitglieder der Sudan-Kogruppe übersetzen Berichte und Pressemitteilungen der Sudan-„Researcher“ aus dem Internationalen Sekretariat in London. Diese überprüfen die Amnesty bekannt gewordene Fälle von Menschenrechtsverletzungen und entwerfen die weltweiten „Urgent Actions“. Denn sie haben die Kontakte zu MenschenrechtsverteidigerInnen und Opfern im Land, unternehmen immer wieder Ermittlungsreisen und veröffentlichen ihre Ergebnisse.

Gefragtes Expertenwissen

So können Amnesty-Sektionen und -Gruppen weltweit aktiv werden – tatkräftig und sachkundig unterstützt von unserer Sudan-Kogruppe. Wir verbreiten diese Informationen, durch Presseinterviews, politische Lobbyarbeit, öffentliche Auftritte – alles in enger Abstimmung mit den zuständigen KollegInnen in der Berliner Amnesty-Zentrale. Insbesondere versorgen wird als Kogruppe aber die zum Sudan aktiven Amnesty-Gruppen mit den aktuellsten Informationen und regen Aktion an. Denn wir wollen natürlich das Wissen auch weitergeben, das wir uns über die Jahre erarbeitet haben. In meinem Fall sind es schon über 17 Jahre, in denen ich mich mit der Menschenrechtslage im Sudan intensiv auseinandersetze. Das Ziel immer vor Augen: Mehr Menschen zu einem persönlichen Einsatz für die Menschenrechte zu bewegen. Auch für die Freilassung von „Abuzar Al Amin“ – haben Sie schon bei der Online-Aktion mitgemacht und Freunde darüber informiert?

An dieser Stelle werden wir in den nächsten Monaten in die Menschenrechtslage im Sudan, die Entwicklungen rund um die Amnesty-Aktion für Abuzar Al Amin und in unsere Arbeit als Sudan-Koordinationsgruppe weitere Einblicke geben.

 

Sudan-Koordinationsgruppe von Amnesty InternationalAmnesty-Länderberichte zu „Sudan“

Bild oben:

Amnesty-Mitglieder aus Essen bei einer gemeinsam mit der Sudan-Koordinationsgruppe organisierten Aktion zum Referendum im Sudan 2011, Oktober 2010.

Quelle: www.amnesty-sudan.de © Amnesty International