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Berlinale: Vorhang auf für die Menschenrechte

13/02/2012 von Ines Wildhage (Team Kommunikation, Amnesty International Deutschland)

Auch in diesem Jahr vergibt Amnesty bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin wieder den Amnesty-Menschenrechtsfilmpreis. Außerdem wollen wir die Berlinale nutzen, um auf das Schicksal von iranischen Filmschaffenden aufmerksam zu machen.

 Ines Wildhage ist hauptamtliche Referentin im Team Kommunikation der deutschen Amnesty-Sektion.

 

In diesem Jahr vergibt Amnesty International zum 8. Mal den Amnesty-Menschenrechtsfilmpreis bei den Internationalen Filmfestspielen in Berlin. Den mit 5.000 Euro dotierten Preis zu Ehren des mitunter lebensgefährlichen Engagements von Filmemacherinnen und Filmemachern erhielten in den letzten Jahren beispielsweise die Filme "Son of Babylon" von Mohammed Al-Daradji und "Sturm" von Hans-Christian Schmid.

Im Rahmen der Berlinale machen wir in diesem Jahr besonders auf das Schicksal von iranischen Filmschaffenden aufmerksam: In den vergangenen Jahren sind sie verstärkt zur Zielscheibe von Unterdrückung und Repressalien geworden. Ihre Arbeit unterliegt einer strengen Zensur. Regisseure, deren Filme sich kritisch mit den politischen und gesellschaftlichen Verhältnissen im Iran auseinandersetzen, aber auch Schauspieler und andere Filmschaffende werden inhaftiert, vor Gericht gestellt und zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. Auch mit Berufs- und Ausreiseverboten wird versucht, Filmschaffende zum Schweigen zu bringen.

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Bedroht und schikaniert: Filmschaffende im Iran sind in den vergangenen Jahren verstärkt zur Zielscheibe von Unterdrückung und Repressalien geworden. Setzen Sie sich mit unserer Petition für sie ein! Jetzt mitmachen: http://www.amnesty.de/iran

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Der in Deutschland lebende iranische Regisseur Ayat Najafi, der gemeinsam mit Schauspielerin Birgit Minichmayr (u. a. „Alle anderen“ und "Das Parfum") und Markus N. Beeko von Amnesty International in Deutschland (im Bild von links nach rechts), über den diesjährigen Preisträger entscheiden wird, hofft, dass der Preis auch eine Ermutigung für andere Filmschaffende ist:

"In meiner Heimat werden viele Filmemacher eingeschüchtert oder sitzen in Haft, nur weil sie in ihren Filmen Menschenrechte aufgreifen. Der Amnesty Filmpreis ist ein bedeutendes Signal - auch an meine Landsleute: Es ist wichtig, dass sich Filmschaffende dieses Themas annehmen, denn sie können damit etwas bewirken."

 

Die Amnesty-Jury wird 18 Filme sichten, um über die Vergabe des Amnesty-Filmpreises am 18. Februar 2012 zu entscheiden. Weitere Informationen zu den nominierten Filmen und den Jurymitgliedern finden Sie unter www.amnesty.de/berlinale Am 18. Februar erfahren Sie dort auch, welcher Film in diesem Jahr das Rennen um den Amnesty Filmpreis gemacht hat.

Nehmen Sie jetzt an einer Petition zur Unterstützung der Filmschaffenden im Iran teil und fordern Sie die Einhaltung des Rechts auf freie Meinungsäußerung für alle im Iran lebenden Menschen: www.amnesty.de/iran

 

Vielen Dank für Ihren Einsatz!

Bild oben:

Die Amnesty-Jury auf der Berlinale 2012: Regisseur Ayat Najafi (links), Schauspielerin Birgit Minichmayr und Markus Beeko von Amnesty International.

© Amnesty International / Ralf Rebmann